Wir erforschen die Verbindung zwischen Ernährung und Emotionen.
Ist es eine Wechselwirkung, oder eher eine Einbahnstraße?

Buchempfehlung

Genen Roth
Essen als Ersatz
ISBN: 9783499619656

Ein Beitrag von Liv

Ich sehe auf jeden Fall eine starke Verbindung zwischen Ernährung und Emotionen – für mich ist das keine Einbahnstraße, sondern eine Wechselwirkung. Ich merke das besonders in stressigen Phasen: Wenn ich gestresst bin, spielt meine Verdauung verrückt. Manchmal habe ich dann gar keinen Appetit, manchmal reagiert mein Magen mit Unwohlsein oder sogar Durchfall, wenn die Anspannung zu groß wird. Und das zeigt für mich ganz deutlich, dass der Darm und das Gehirn in ständigem Austausch stehen.

Ich habe dazu mal gelesen, dass die sogenannte Darm-Hirn-Achse eine große Rolle spielt – und das macht für mich total Sinn. Der Darm wird ja oft als „zweites Gehirn“ bezeichnet (Ähnlich wie bei den Lebensmitteln, die einem Organ ähneln – Walnuss, Gehirn; Anm. von Luise), weil er mit einem eigenen Nervensystem ausgestattet ist. Das erklärt auch, warum man Emotionen so stark „im Bauch“ fühlt. Das berühmte „Bauchgefühl“ ist also nicht nur so dahingesagt, sondern tatsächlich ein reales Zusammenspiel zwischen Psyche und Verdauung.

Was ich auch spannend finde: Die Zusammensetzung unserer Darmbakterien kann sogar unsere Stimmung beeinflussen. Es gibt Studien, die zeigen, dass eine unausgeglichene Darmflora mit Depressionen oder Ängsten in Verbindung stehen kann. Ich finde das total faszinierend, weil es bedeutet, dass unsere Ernährung nicht nur unseren Körper, sondern auch unsere Emotionen beeinflusst.

Andersherum wirken sich Emotionen natürliche auch auf das Essverhalten aus. Ich kenne das von mir selbst – wenn ich gestresst bin, esse ich manchmal weniger oder greife eher zu ungesunden Sachen, einfach weil sie mich kurzfristig glücklich machen. Und gleichzeitig merke ich, wie viel besser ich mich fühle, wenn ich mich bewusst ernähre und meinem Körper etwas Gutes tue.

Ich denke also, dass Ernährung und Emotionen untrennbar miteinander verbunden sind. Für mich ist das ein super spannendes Thema, über das ich mir schon viele Gedanken gemacht habe.


Verschiedene Gedanken zum Thema Verknüpfung von Ernährung und Emotionen
Ein Beitrag von Annika

Wie verknüpfen wir Essen mit einer Emotion? Oder einer Belohnung? Findet die Programmierung hierzu schon in unserer Kindheit statt?

  • Wurde ich belohnt mit Essen?
  • Wurde ich bestraft mit nicht essen, oder aufessen müssen, was mir nicht schmeckt?
  • Wurde ich abgelenkt mit Essen, wenn ich eigentlich emotional war, wütend zum Beispiel?
  • War Essen ein leichtes Thema, oder war es immer mit viel Stress verbunden?

All das ebnet den Weg wir wir im Erwachsenenalter mit Essen umgehen, wie unsere Beziehung zu Lebensmitteln und zur Ernährung ist.

Während andere ohne darüber nachzudenken, essen so viel sie wollen, ist es für andere ein NoGo und völlig unsittlich.

Wie können wir bei unseren Kindern die Grundsteine legen für einen entspannten Umgang mit Essen? Welche Werte und welche Wertschätzung können wir ihnen bereits im Kindesalter mit auf den Weg geben?

Es wäre wichtig, dass unsere Kinder Essen genießen können, aber es nicht nutzen, um Emotionen auszugleichen oder Unglück in Glück zu verwandeln.


Verbindet ihr eine Kindheitserinnerung mit einem Lebensmittel, oder andersherum?

Ein Audiobeitrag von Annelie

Erinnerungen

Bei uns gab es fast jeden Nachmittag ein Butterbrot mit einem geachtelten Apfel, zubereitet von unserer Mutter.
Wichtig war, dass er von Mama kam, denn wenn Papa ihn uns geschnitten hätte, hätte es ganz anders geschmeckt.


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