Wie ist meine Beziehung zu Nahrung und Ernährung?
Welchen Stellenwert hat Nahrung für mich?
Wie gehe ich mit Nahrungsmitteln um?


Lebensmittel und ihr Aussehen

„Karotten sind gut für Deine Augen“

Diesen Satz habt ihr bestimmt schonmal gehört! Das interessante ist, wenn man eine Karotte aufschneidet, sieht sie einem Auge sehr ähnlich.

Interessiert? Lies gerne hier weiter!


Ein Audiobeitrag von Annelie


Ein Viedeobeitrag von Katharina


Reportage zum Thema Ernährung

Ernährung. Ein so komplexes Thema, dass sich nicht mit kurzen Sätzen umreißen lässt.

Alle, die mir einen Beitrag zu diesem Thema geschickt haben, haben eine Sache gemeinsam: Sie alle versuchen sehr bewusst mit Nahrungsmitteln umzugehen. Jeder achtet auf seine Weise auf seine Ernährung. Die eine ernährt sich ayurvedisch, der nächste vegan, wieder die nächste achtet sehr darauf gute und vor allem saisonale Nahrungsmittel zu kaufen.

Jeder hat aber auch seine eigene Ernährungsweise. Unterschiedliche Geschmäcker und Motivationen, warum er sich und auf diese oder jene Art ernährt. Manches habe ich noch nie vorher gehört: Man kann sich antientzündlich ernähren, dann verzichtet man auf Zucker, Getreide, Milchprodukte und Hülsenfrüchte. Sehr interessant!

Jemand anderes sagte, dass er sich manchmal deplatziert vorkommt, wenn er nach einer Frucht oder einem Gemüse greift, weil er von dessen Schönheit so überwältigt ist, dass er das garnicht essen möchte. Es fühlt sich nicht richtig an, solch schöpferische Schönheit einfach zu essen.

Kurz gesagt, es gibt nicht die EINE, richtige Ernährungsweise. Jeder darf selber für sich entscheiden, wie und vor allem was er seinem Körper zuführt.

Insgesamt stelle ich bei mir selber fest, dass ich gerne entspannter mit diesem Thema in meinem Alltag umgehen möchte. Jeder Tag ist geprägt von den Fragen „Erlaube ich mir dies oder jenes zu essen, weil es sonst meinem Körperbild schaden würde? Ernähre ich mich mit dem, was ich zu mir nehme, gut genug? Ist es in Ordnung, wenn ich Fleisch esse oder Produkte kaufe, die über den ganzen Globus geflogen sind? Sind meine Nahrungsmittel plastikfrei?“
Ich möchte, wenn es um Nahrungsmittel und Ernährung geht, alles für mich „richtig“ machen. Ich möchte mich gut ernähren, aber gleichzeitig nicht den Planeten und das Tierwohl gefährden. Allerdings kann man zu diesem Zeitpunkt sagen, dass das fast nicht mehr möglich ist, es sei denn ich habe eine eigene Farm und esse nur das, was ich direkt ernten kann. Tierwohlgefährdung ist ein bekanntes Thema, ebenso wie die Monokulturen, die uns die Böden zerstören. Trotzdem machen wir mit allem weiter, wie bisher, weil wir nicht verzichten möchten. Auf unsere Avocados, die viel Wasser brauchen und in Regionen mit Wasserknappheit angebaut werden. Auf unsere Tierprodukte, die oft aus der Massentierhaltung kommen (dass die Tiere dort leiden muss ich hier glaube ich nicht erwähnen, weil das doch ziemlich klar ist). Auf unser Palmfett, für das Wälder abgeholzt werden.

Je mehr ich mich mit diesem Thema auseinander setze, desto vielschichtiger wird es. Versuchen wir es mal zu Kategorisieren:

  • Unser Umgang/ Blick auf Nahrungsmittel
  • Die ständige Verfügbarkeit von fast allem zu jeder Jahreszeit
  • Körperbilder durch Medien beeinflusst
  • Ethische Beeinflussung in unsere Ernährung

Nahrung und Nahrungsbeschaffung ist für uns ein echtes Luxusproblem geworden: Ich kann mich nicht entscheiden welchen kulinarischen Genuss ich genießen möchte (heute lieber italienisch, koreanisch, oder amerikanisch?); Bestelle ich, oder koche ich? Kochen ja, aber nicht nur für mich alleine, das lohnt sich ja nicht.

Sehr oft nehmen wir es als selbstverständlich wahr, dass wir einfach nur in den Supermarkt gehen müssen und dort einfach alles, teilweise sogar schon komplett vorgekocht, darauf wartet von uns gekauft zu werden.

Wir haben den Bezug zum Ursprung der Nahrungsmittel verloren. Wir schätzen die Arbeit, die andere Menschen leisten, damit wir ein leckeres Brot essen können, nicht mehr. Können wir auch nicht, weil wir nicht mehr wissen, wie viel Arbeitsschritte notwendig sind, damit ein Brot gebacken werden kann.

Ein Gefühl von echtem Hunger ist uns meist fremd.

Laut Werbung und Verfügbarkeit sollen wir also immer schön viel essen.

Aber dünn und fit müssen sein müssen wir schon, laut Mainstream, damit wir als erfolgreich angesehen werden, damit wir beliebt sind (wobei das im echten Leben Gott sei Dank noch nicht angekommen ist, bzw. es kommt ein wenig auf das Alter drauf an. In meiner Teenagerzeit war das ein erschreckend großer Beliebtheitsfaktor).

Von überall bekommen wir Tipps und Tricks, wie wir abnehmen können. Regale im Supermarkt voll mit Proteinpulver in den verschiedensten Geschmacksrichtungen. Und alle tun so, als ob sie wüssten, was Ballaststoffe, was Mikronährstoffe sind, und was es bedeutet sich histaminarm oder -reich zu ernähren.

Wie also können wir für uns selber wieder mehr Gelassenheit und Freude am Essen entwickeln? Wie schaffen wir es mehr bei uns selber zu bleiben und uns weniger um die Meinungen der anderen zu kümmern.

Jeder muss im Grunde für sich selber klären, ob er es mit seinem Gewissen vereinbaren kann Fleisch oder Avocados zu essen. Oder ob dann das Gewissen mal kurz woanders hinschaut.

Vielleicht hilft uns Bewusst werden.
Bewusst darüber werden wann ich wieviel von was esse.
Bewusst werden, ob ich lieber in Gesellschaft oder alleine Esse.
Bewusst auf den Ursprung des Nahrungsmittels zu achten.
Bewusst kochen. Ohne noch etwas anderes nebenher zu machen, wie Serie gucken, Podcast hören oder ein Buch lesen.
Bewusst essen. Ohne noch etwas anderes nebenher zu machen, wie Serie gucken…

Wann haben wir zuletzt etwas „Schlechtes“ gegessen und das vor uns gerechtfertigt mit „Andere essen das doch auch, warum soll dann gerade ich darauf verzichten?“

Wann haben wir das letzte Mal ein Nahrungsmittel in die Hand genommen und uns dies genau angesehen? Nicht nur die Schönheit der Frucht begutachtet, sondern auch Dankbarkeit und Wertschätzung empfunden?

Wann habe ich das letzte Mal ein Tier, welches ich regelmäßig gern esse, gestreichelt? Oder einfach nur gesehen?

Lasst uns gemeinsam, und jeder für sich gleichzeitig, versuchen liebevoller mit uns und unseren Nahrungsmitteln umzugehen. Denn aus der Liebe heraus können wir ganz leicht das entscheiden, was für uns Richtig ist.

Lasst uns aus Nahrungsmitteln LEBENsmittel machen!

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